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Burn out oder nur ein Organisationsproblem?


Von: Nina T. • 29.11.2007 [17:26]
Sehr geehrte Frau Dr. Männel,
normalerweise bin ich ein Mensch, der seine Probleme ganz gut im Griff hat, aber zur Zeit weiß ich nicht mehr weiter. Ich habe das Gefühl, alles wächst mir über den Kopf und ich renne wie ein Hamster im Rad, schufte und arbeite und bekomme doch nichts richtig zustande. Wenn man nun hört, dass ich Hausfrau mit zwei Kindern und einem pflegeleichten Mann bin, mutet das komisch an, oder? Natürlich gibt es ein paar Randbedingungen ... meine Oma ist im Pflegeheim, fast blind, ich besuche sie sehr oft und erledige viele organisatorische Dinge fpür sie - sie hat sonst niemanden. Meine Mutter ist alleine, braucht pro Tag mindestens eine Ansprache am Telefon. Einer meiner Söhne ist hochbegabt, braucht viel Förderung und ein enormes Enrichmentprogramm (Mamas Taxi lässt grüssen). Der andere Sohn ist ein Energiebündel, es gibt nichts, was er nicht anstellt, man kann ihn kaum aus den Augen lassen, sonst muss man hinterher stundenlang putzen. Es gibt keine Idee, die er nicht hat, wenn es um Verwüstungen und Arbeitsbeschaffungsmassnahmen geht. Die letzten Jahre und speziell Monate haben mich irgendwie aufgefressen. Seit kurzem habe ich einen Kindergartenplatz für meinen jüngsten, aber es hat nichts genützt. (3 Stunden pro Tag, mehr war nicht zu bekommen). Ich habe durch eine nichtausgeheilte Erkältung einen Herzklappenfehler bekommen und einen Vorfall in der Halswirbelsäule, alle vier Wochen bin ich krank mit vereiterten Mandeln. Ich fange morgens um 6 an, die Pauenbrote zu schmieren und bügle abends bis Mitternacht vor dem Fernseher, und doch liegen überall Listen und Zettel mit zu erledigenden Sachen, es wird einfach nicht weniger. Ich versuche Prioritäten zu setzen, effenktiv zu arbeiten und nicht-notwendiges wegzulassen, aber es hilft nichts, eigentlich ist alles notwendig und dringend. Und es gibt so viel, was auch noch zu tun wäre wie Streichen oder Gartenarbeiten, was ich schon völlig abgehakt habe weil es unrealistisch ist. Zeit für mich selbst bleibt fast keine, ausser abends auf dem Sofa wo ich fast postwendend einschlafe sobald ich sitze, und wenn ich mich zwinge, mal in aller Ruhe einen Tee zu trinken dann schiele ich dabei nervös auf die Listen, was noch zu erledigen ist und kann vor schlechtem Gewissen nicht entspannen. Inzwischen leide ich auch an Schlafstörungen, bin nach 4 Stunden wach, aber hundemüde, und habe das Gefühl, ich muss etwas unternehmen, weiß aber nicht was. Vielleicht haben Sie ja einen Ratschlag für mich, wo ich ansetzen könnte oder nach welchen Methodiken ich vorgehen kann. Ich beginne, mich von meinen Mitmenschen emotional zu distanzieren und werte das als akutes Alarmzeichen. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, möchte ich am liebsten nur noch weinen, obwohl ich doch eigentlich glücklich bin, ich habe einen wunderbaren Mann und zwei ganz fantastische Kinder, wenn sie auch beide auf ihre Artt sehr anstrengden sind.
Danke für jede Hilfe.
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