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Hausgeburt anstatt Kaiserschnitt


Von: Nadine S. • 28.03.2000 [15:36]
Ich weiss, dass das provokativ klingt. Aber ehrlich, warum wollen einige Frauen einen Kaiserschnitt auf Wunsch? Der Unterschied zwischen vaginal entbinden oder per Kaiserschnitt entbinden ist doch wohl der, dass bei dem Wunschkaiserschnitt die Schmerzen hinterher (und mutmasslich auch länger) sind, bei der vaginalen Geburt hat frau die Schmerzen während der Geburt. Und ich glaube, dass auch sanfte Kaiserschnitte nicht unbedingt sanfter sind, als eine vaginale Geburt. Nachdem ich die Beiträge dieses Forums gelesen habe, frage ich mich nur, weshalb viele Frauen soviel Angst vor der Geburt haben? Klar, ein wenig Angst davor ist gut, aber Horror? Sind wir etwa schmerzempfindlicher geworden, weil wir bei jedem Wehwehchen Schmerztabletten nehmen und den "natürlichen" Schmerz nicht mehr ertragen wollen? Wie ist unsere Einstellung zur Geburt allgemein geworden? Wer am längsten in den Wehen gelegen und die fürchterlichste Geburt hatte, gewinnt? Wer einen Kaiserschnitt hatte, versagt? Wohin geht dieser Trend noch???
Wußtet Ihr, dass die Krankenkassen erst seit den 60er Jahren für alle Frauen die Geburt in der Klinik zahlen? Davor war das gar nicht gang und gäbe! Setzt Euch doch bitte auch mit den Alternativen der "natürlichen Geburt" der Haus- oder Geburtshausgeburt auseinander. Selbstverständlich ist das nicht jederfraus Sache, aber meiner Meinung nach entstehen viele Horrorvisionen eben durch die Geschichten wie 60 Stunden Wehen, Wehentropf, Blasensprengung...Das muss nicht sein. Wenn Ihr eine gute Hebamme habt, ist das Risiko das Baby zu Hause oder im Geburtshaus zu bekommen nicht höher als im Krankenhaus, meiner Meinung nach aber sicherlich schmerzfreier. Ich habe eine Krankenhausphobie und habe mir vor der Geburt meiner Tochter alle Krankenhäuser in unserem näherem Umkreis angesehen und mich dagegen entschieden, trotzdem ich Angst vor den Schmerzen hatte. Natürlich sind Wehen kein Zuckerschlecken, aber unser Körper ist so konzipiert, dass wir die Schmerzen ertragen können, wenn wir sie annehmen. Ich denke, es hilft, wenn frau sich vor der Geburt mit Ihrer Hebamme (ist übrings auch eine Kassenleistung) über ihre Ängste unterhält und überlegt, wie diese bewältigt werden können.
Selbstverständlich befürworte ich den Kaiserschnitt in Notsituationen, um das Leben von Mutter und Kind zu retten, aber es zur gängigen Praxis werden zu lassen, halte ich für falsch, zudem sich die Frau in ein Risiko begibt, dass sie nicht hat, wenn sie normal gebären kann. Und bevor frau sich für den Wunschkaiserschnitt entscheidet, könnte es hilfreich sein, sich mit Frauen zu unterhalten, die bereits so entbunden wurden.
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  Hausgeburt anstatt Kaiserschnitt Nadine S. • 28.03.2000 [15:36]

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